Es gibt viele Themen, die man an dieser Stelle aufführen könnte. Wichtig sind am Ende alle. Allerdings liegt es mir fern, im Wahlkampf mit Themen Hoffnungen zu wecken, die am Ende nicht realisierbar sind oder überhaupt nicht im Kompetenzbereich des Bürgermeisters liegen. Das empfinde ich als unehrlich. Ich konzentriere mich an dieser Stelle auf ein paar Kernthemen, auf die ich, zusammen mit dem Gemeinderat, direkt Einfluss nehmen kann.

Finanzen
Die finanzielle Lage der Gemeinden und Landkreise hat in den
letzten Jahren eine katastrophale Entwicklung genommen. Eine
ordentliche Aufgabenerfüllung ist nicht mehr möglich. EU, Bund
und Länder belasten die Gemeinden mit neuen Standards und
Aufgaben. Hinzu kommen die Auswirkungen der Inflation, die
jeder persönlich auch kennen dürfte. Die verfassungsmäßig
garantierte Finanzausstattung der Gemeinden wird bisher
ignoriert. Das ist ein Umstand, den alle Kommunen nicht weiter
hinnehmen dürfen. Diesen Punkt werde ich im Falle meiner Wahl
nicht unbeachtet lassen. Dennoch müssen wir auch als Gemeinde
unsere Hausaufgaben machen. Die Gemeinde muss weiterhin
handlungsfähig bleiben. Ich bin kein Freund von Schulden. Diese
sollten ausschließlich bei Großvorhaben als Finanzierungsmittel
herangezogen werden, wenn das Vorhaben auch für die kommenden
Generationen einen Nutzen bringt. (Beispiel: Grundschule
Niedercunnersdorf). Es muss weiterhin mit den vorhandenen
Mitteln sparsam umgegangen werden.
Nur dann können sogenannte "freiwillige Aufgaben" erhalten
bleiben, die das Leben im Ort attraktiv machen. Dazu braucht es
pragmatische Lösungen und manchmal viel Geduld, bis der
entsprechende Fördertopf eine Finanzierung von Investitionen
ermöglicht.
Kooperation
Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen. Die Fortführung der engen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat, Verwaltung, Vereinen und Bürgermeister ist unabdingbar. Parteizugehörigkeit spielt für mich dabei keine Rolle - es geht ausschließlich um das Wohl der Gemeinde. Auch der rege Austausch mit den umliegenden Gemeinden hilft bei der Bewältigung unserer Herausforderungen. Ich engagiere mich bereits seit Jahren in der LEADER-Region Kottmar, bin stellv. Vereinsvorsitzender und sitze in der Jury des jährlichen Vereinswettbewerbs. Ich möchte den Kontakt zu den Vereinen und Unternehmen der Region künftig intensivieren.

Vereinswesen / Dorfleben

Es ist sehr beeindruckend, wie viele Vereine in unserer Gemeinde tätig sind. Kultur, Sport, Geschichte, Musik, ... - kein Thema welches nicht von mindestens Einem angesprochen wird. Unsere Vereine sind einer der wertvollsten Bausteine der örtlichen Gemeinschaft. Daher zählt die Unterstützung dieser zu meinen wichtigsten Zielen. Dafür braucht es sicher Geld, aber nicht ausschließlich.
Kottmar ist bekannt für unzählige Veranstaltungen, die auch über die Ortsgrenzen hinaus wirken. Ich denke da an den Bierzug, das Mattenspringen, das Kettensägen-Schnitzertreffen, das Sensenfest, Backtage an der Mühle, Abernfest uvm. Darauf können wir mehr als stolz sein und sollten das nicht einschlafen lassen. Letztlich hat das eine positive Außenwirkung und ist Werbung für unseren Ort. Auch hier muss die Gemeinde den Veranstaltern mit zur Seite stehen. Oftmals reichen kleine Hilfen wie Verkehrszeichen ausleihen oder einen Bauhofmitarbeiter für ein paar Stunden abzustellen.
Gewerbe
Eine breite und vielfältige Wirtschaft ist die Basis für das Leben im Ort. Dabei geht es nicht nur um die Gewerbesteuer - auch die Arbeitsplätze sorgen dafür, dass Menschen hier bleiben oder auch wieder in die Heimat zurückkommen.
Grundsätzlich sollte sich die öffentliche Hand weniger in die Belange der Wirtschaft einmischen. Unternehmer wissen in der Regel am Besten, was der Markt hergibt.
Als Gemeinde können wir daher nur dabei helfen, bürokratische Hindernisse auf dem Weg zu neuen Investitionen im Ort zu beseitigen oder Flächenangebote schaffen. Ich stehe klar hinter dem im Aufbau befindlichen Bebauungsplan "An der Siedlung" in Obercunnersdorf.
Weiterhin möchte ich die bisherige Zusammenarbeit mit unserem Gewerbeverein fortführen und vertiefen.

Brandschutz

7 Ortsteile - 7 Ortswehren. Jede davon ist im Ernstfall wichtig. Die Gemeinde Kottmar verfügt über ein starkes Feuerwehrwesen. Die Bereitschaft der Kameradinnen und Kameraden, sich für unsere Sicherheit einzusetzen - unbezahlbar. Damit das so bleibt, muss weiter investiert werden. Zuletzt floss Geld in die Erneuerung der Fahrzeugflotte und die Ausstattung mit Schutzkleidung. In den kommenden Jahren möchte ich den Fokus auf die Löschwasserversorgung und die Verjüngung der Fahrzeugflotte legen.
Das Trinkwassernetz musste durch die Einwohnerverluste der letzten 30 Jahre umgebaut werden. Im Sinne der Wasserqualität war die Reduzierung der Leitungsquerschnitte unumgänglich. In Bezug auf die Löschwasserversorgung sind jedoch nun Lücken dazugekommen. Ein Stück weit ist hier der Freistaat auch in der Pflicht. Es fehlt derzeit leider an Fördermitteln. Mit cleveren Ideen arbeiten wir bereits jetzt an den ersten Lösungsansätzen und Alternativen.
Bäder
Die Gemeinde Kottmar betreibt 2 Freibäder. Natürlich sind diese ein erheblicher Kostenfaktor und belasten jedes Jahr den Haushalt mit einer höheren 6-stelligen Summe. Dennoch sind die Bäder mehr als nur ein Ort um sich im Sommer abzukühlen. Sie sind ein Treffpunkt für jung und alt. Ich setze mich dafür ein, dass dieses Angebot so lange wie möglich für unsere Bürger und Gäste erhalten bleibt.

Infrastruktur
Angesicht der kommunalen Haushaltslage ist es schwierig an dieser Stelle große Ziele zu formulieren. Aus meiner bisherigen Tätigkeit hat sich der schlechte Zustand von großen Teilen der Regenwasserkanalisation als größte Aufgabe herauskristallisiert. Diese Aufgabe wird uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten begleiten. Das heißt aber nicht, dass es die einzige Baustelle ist. Ich möchte den angefangenen Kurs fortsetzen und jährlich weitere Straßenabschnitte auf LED-Straßenbeleuchtung umstellen.
Bildung und Kinder
Kinder sind unsere Zukunft. Mein oberstes Ziel ist daher die Betreuung unserer Kinder in den Grundschulen und Kindergärten weiterhin zu gewährleisten. Mit dem bereits laufenden Ausbau der Wilhelm-Tempel-Grundschule Niedercunnersdorf hat der Gemeinderat bereits ein starkes Zeichen gesetzt. Ich spreche mich auch klar für den Erhalt der beiden Grundschulstandorte in der Gemeinde aus.

Bürokratie

Der Verwaltungsapparat in Deutschland hat unglaubliche
Dimensionen angenommen. Als Bürgermeister einer ländlichen
Gemeinde kann man an dieser Stelle nicht viel ausrichten.
Dennoch gibt es Themen, wo wir zumindest den einen oder anderen
Punkt für unsere Einwohner erleichtern können. Ich bin gegen
die Einführung einer Baumschutzsatzung. Den meisten Einwohnern
ist die Bedeutung von Pflanzen, Hecken und Bäumen bewusst, aber
auch die Konflikte im Hinblick auf den Schutz der Bauwerke und
der Verkehrssicherung. Ich sehe keine Veranlassung, an dieser
Stelle zusätzliche kostspielige Verwaltungsverfahren
aufzubauen, da die meisten Einwohner verantwortungsvoll mit dem
Thema umgehen.
Bußgelder sollten das letzte Mittel bleiben. Erfahrungsgemäß
reicht es oftmals, wenn das Ordnungsamt auf Fehler hinweist
oder sensibilisiert.
Leider gibt es in Sachsen aktuell Entwicklungen, die das Thema
Regenwasserbehandlung stark in den Fokus stellen. Die Folge
dürften neue Gebühren, Auflagen und wirtschaftliche Belastungen
für die Kommunen sein. Das Starkregenproblem wird so nicht
gelöst, nur der Frust der Kommunen und Grundstückseigentümer
wächst. Ich lehne dies strikt ab.